Social Media in Deutschland – es entwickelt sich noch

Nov 07
2012
Noch nicht so groß: Social Media - Deutschland hinkt "hinterher"

Noch nicht so groß: Social Media - Deutschland hinkt "hinterher"

Dass Deutschland ein Entwicklungsland sei, hört man selten. Doch in Bezug auf Social Media gibt es hierzulande noch einiges zu tun. Das belegen zwei aktuelle Studien. Cision untersuchte dazu die Medienkompetenz von Journalisten. Das enttäuschende Ergebnis: Deutsche Redakteure und Reporter schneiden im Umgang mit Social Media deutlich schlechter ab als viele ihrer Kollegen aus dem Ausland.

Dazu wurden das eigene Engagement, die Praxis-Erfahrung, die Kenntnisse und die Einstellung gegenüber Social Media untersucht. Vor allem ältere Journalisten täten sich schwer und befürchteten oft negative Auswirkungen durch Social Media, so die Studie. Bei der Untersuchung landete Kanada auf dem ersten Platz, gefolgt von den USA und Großbritannien. Deutschland liegt auf einem akzeptablen achten Platz.

In einer zweiten Studie wurden rund Hundert Manager aus großen Unternehmen befragt. Rund 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Social Media als Werkzeug für Dialog und Interaktion zu verstehen. Ein Armutszeugnis für deutsche Topkräfte: Denn Social Media hat nur selten mit einem eigentlichen Dialog zu tun. Das zeigt, dass viele Deutsche noch gar nicht wissen, was Social Media eigentlich ist und wozu es dient. Weiterhin gaben rund 92 Prozent der Befragten an, den Anteil von Social Media am Erfolg des eigenen Unternehmens nicht messen zu können. Das zeigt, dass sich die meisten deutschen Firmen immer noch mit ungenauen Annahmen und schwachen Bezugsgrößen zufriedengeben, anstatt das volle Potenzial auszuschöpfen, das die Welt des Social Medias bietet.

Zu spät hätte man in Deutschland damit begonnen, Social Media in die eigenen Geschäftsprozesse zu integrieren, so die Verfasser der Studie, die Strategieberatung Michael Caine und die Universität St. Gallen. Ganz egal, ob Journalist, Unternehmer, Manager oder normaler Nutzer: In Deutschland gibt es in Sachen Social-Media also noch viel Nachholbedarf.

Bilderrechte: © kbuntu – Fotolia.com

Der Social Media Manager

Mai 08
2012

© panthermedia.net/Mykola Velychko

© panthermedia.net/Mykola Velychko

Die Agenturen des World Wide Web, die ihr Augenmerk zielstrebig auf den Bereich Social Media gerichtet lassen, dürften sich über die rapiden Entwicklungen der letzten Jahre wohl freuen. Die Umsätze der klassischen PR-Agenturen scheinen derzeit zu stagnieren. Jene Web 2.0. Agenturen jedoch profitieren davon, dass Unternehmen immer mehr gezwungen sind, auf eine gelungene und breit gefächerte Online-Präsenz zu setzen.

Doch selbst wenn es nicht um solch große Geschäfte geht, sind Webseiten gefragter und dringender benötigt denn je. Allein im Vergleich zwischen 2009 und 2010 konnte man in diesen Bereichen Umsatzsteigerungen von über 50 Prozent verbuchen. Die entsprechenden Manager im Social Media haben also alle Hände voll zu tun.

Um in diesem Segment als Social Media Manager nicht nur erfolgreich zu arbeiten, sondern seinem angepriesenen Beruf auch entsprechend gerecht zu werden, gibt es einige Dinge zu beachten, die nicht nur die Authentizität, sondern auch die Effekte der Arbeit stärken. Dabei reicht es nicht aus, sich nur stundenlang mit den unendlichen Weiten des Netzes zu beschäftigen. Auch müssen Gespür und Begeisterung für das Thema auf andere Lebensbereiche übergehen. Kompetenz beginnt schon dabei, einen eigenen Blog zu führen, in sozialen Netzwerken und anderen Plattformen vertreten zu sein oder sich in diesem Bereich zu engagieren. 

Wie auch in allen anderen Berufen, steht eine Menge an Projekterfahrungen natürlich im Vordergrund, um sein Wirken zu verbessern und die Fähigkeiten auch nach außen zu tragen. Bestenfalls hat man schon in verschiedenen PR- und Marketing-Agenturen gearbeitet oder hat freiberufliche Projekte gemacht.

Unternehmens- und Prozesskenntnisse sind Grundlage für solche Tätigkeiten und weitreichende Kontakte Basis, um an solche zu gelangen, sich für Projekte einzusetzen und an vielen Stellen zu wirken. Dazu zählen hier nicht nur Personen im klassischen Sinne, sondern auch wichtige Multiplikatoren der Szene. Allein auf die technische Versiertheit darf man sich nicht verlassen, denn besonders in diesem schnelllebigen und sich stetig erweiternden Bereich, sind konzeptionelle Fähigkeiten gefragt.

Der Bundestag bei Twitter, Facebook und Co.

Apr 19
2012
© queidea - Fotolia.com

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Seit die Piratenpartei Einzug in die deutsche Polit-Szene gehalten hat, sind viele große Parteien bemüht, auch im Netz Fuß zu fassen. Einzelne Parlamentsmitglieder sind sehr gut im Social Web vertreten, andere arbeiten daran, manche haben gar keine Ahnung. Natürlich haben politische Größen wie Angela Merken sicherlich professionelle Schreiberlinge, die ihre Botschaften eigens auf die Social Media Dienste abstimmen. Doch die direkte Kommunikation mit den Wählern übers Internet wird immer ausschlaggebender.

Der “Social Media Activity Index” untersucht genau diese Tatsachen. Welche Politiker sind im World Wide Web aktiv? Erstellt wurde er von Miriam Meckel und ihrer Forschergruppe an der Universität St. Gallen in Kooperation mit dem Isprat-Institut. Dabei wurde die Internet-Aktivität von allen Bundestagsabgeordneten unter die Lupe genommen. Das neueste Ergebnis ist ähnlich wie das in den Jahren zuvor: Nur wenige Volksvertreter vernetzen sich und kommunizieren (auf einem quantitativ hochwertigem Niveau) dadurch mit ihren Wählern. Hauptsächlich junge Politiker bedienen sich dem WWW, um ihre Botschaften an den Mann zu bringen.

Das Forscherteam hat zur Erhebung die Aktivitäten aller Abgeordneten beobachtet. Es wurden zahlreiche Plattformen untersucht: Facebook, Twitter, der Fotodienst Flickr, YouTube, persönliche Blogs, deutsche Social Media Dienste wie Mein VZ und Wer-kennt-wen. Es wurde ermittelt, ob und inwiefern beziehungsweise wie häufig die Politiker diese Plattformen nutzen. Dabei kam heraus, dass nur acht Prozent der Parlamentarier Soziale Medien aktiv nutzen. Alle anderen kaum bis gar nicht.

An der Spitze der Aktiven steht Elke Ferner (SPD) aus dem Saarland, darauf folgt Ulrich Kelber (SPD) aus Bonn und auf Platz drei landete die Bundeskanzlerin – aber gerade bei hohen Amtsträgern und Parteifunktionären sei ein “Promi-Bonus” draufzuschlagen.

Social Media und die Wirtschaft

Aug 29
2011

Social Media, Quelle: Von New Media MK / Flickr

Mittlerweile verbringen viele Menschen ihre Freizeit nicht mehr draußen an der frischen Luft, sondern vorm Computer. Es wird nicht mehr angerufen, ob man sich treffen will, es reicht eine Chatnachricht in irgendeinen der sozialen Netzwerke. Dass Petra ihren Freund Johannes betrogen hat, dieser sich nun rächen will, erfährt man ebenfalls über die unzähligen Statusmeldungen bei Facebook, Google+ und vielen mehr. Dass aber seit längerem Unternehmen gezielt darauf setzen, ihre Angebote im so genannten „Social Media“ zu präsentieren, ist ebenfalls bekannt.

Demnach verwenden rund 70 Prozent der Unternehmen das soziale Netzwerk. Das ergab eine Studie der „Social Media Governance 2011“ ergeben, bei der Forscher der Universität Leipzig, der PR-Agentur Fink & Fuchs sowie das Magazin „Pressesprecher“ Unternehmen nach deren Kommunikationspräsenz auf und in eben jenen sozialen Plattformen befragten. Im Vergleich zu den Zahlen aus dem vergangenen Jahr ist das Ergebnis von 54 auf 71 Prozent gestiegen. Laut der Studie resultiere daraus das Problem, dass die meisten Unternehmen keine zentralen Organe für das Management des sozialen Netzwerks eingerichtet haben. Die meisten Kommunikationsleiter sehen eine Last auf ihnen liegen, wenn sie den ganzen Tag auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs sein müssen, um im ständigen Austausch mit der potentiellen Kundschaft zu sein. Anstatt neue Positionen zu besetzen, die sich ausschließlich um die Social Media-Präsenz kümmert, machen sie es lieber selber, allerdings könnte man den Ertrag wesentlich steigern, wenn zentrale Social Media-Abteilungen geschaffen werden. Dies ist das Ergebnis der Studie, bei der 596 Unternehmen befragt worden sind.

Gründe dafür sehen Leiter der Kommunikationsabteilung darin, dass sie keine Kontrolle darüber haben, was der dafür angestellte Mitarbeiter „postet“, dass es einen erhöhten Mehraufwand darstellt, neues Personal einzustellen und solche Stellen einzurichten, und dass schlicht und weg die Konzepte fehlen, sich mehr auf Social Media zu konzentrieren. Des Weiteren machte die Studie deutlich, dass viele Unternehmen, ebenfalls auch das Personal, sich überhaupt nicht vertraut mit den sozialen Netzwerk fühlen. Dies liege, laut der Umfrage, an der fehlenden Weiterbildung zu diesem Thema. Am beliebtesten und am meisten genutzt bei den Unternehmen ist Facebook. Dort sind 53 Prozent der Unternehmen aktiv, 21 weitere wollen noch in diesem Jahr eine Unternehmensseite dort einrichten.