Dass Deutschland ein Entwicklungsland sei, hört man selten. Doch in Bezug auf Social Media gibt es hierzulande noch einiges zu tun. Das belegen zwei aktuelle Studien. Cision untersuchte dazu die Medienkompetenz von Journalisten. Das enttäuschende Ergebnis: Deutsche Redakteure und Reporter schneiden im Umgang mit Social Media deutlich schlechter ab als viele ihrer Kollegen aus dem Ausland.
Dazu wurden das eigene Engagement, die Praxis-Erfahrung, die Kenntnisse und die Einstellung gegenüber Social Media untersucht. Vor allem ältere Journalisten täten sich schwer und befürchteten oft negative Auswirkungen durch Social Media, so die Studie. Bei der Untersuchung landete Kanada auf dem ersten Platz, gefolgt von den USA und Großbritannien. Deutschland liegt auf einem akzeptablen achten Platz.
In einer zweiten Studie wurden rund Hundert Manager aus großen Unternehmen befragt. Rund 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Social Media als Werkzeug für Dialog und Interaktion zu verstehen. Ein Armutszeugnis für deutsche Topkräfte: Denn Social Media hat nur selten mit einem eigentlichen Dialog zu tun. Das zeigt, dass viele Deutsche noch gar nicht wissen, was Social Media eigentlich ist und wozu es dient. Weiterhin gaben rund 92 Prozent der Befragten an, den Anteil von Social Media am Erfolg des eigenen Unternehmens nicht messen zu können. Das zeigt, dass sich die meisten deutschen Firmen immer noch mit ungenauen Annahmen und schwachen Bezugsgrößen zufriedengeben, anstatt das volle Potenzial auszuschöpfen, das die Welt des Social Medias bietet.
Zu spät hätte man in Deutschland damit begonnen, Social Media in die eigenen Geschäftsprozesse zu integrieren, so die Verfasser der Studie, die Strategieberatung Michael Caine und die Universität St. Gallen. Ganz egal, ob Journalist, Unternehmer, Manager oder normaler Nutzer: In Deutschland gibt es in Sachen Social-Media also noch viel Nachholbedarf.
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